Mit dem Van an die polnische Ostsee

Polen


Mit meinem Van hab ich mein Wohnzimmer immer dabei und mein Bett. Hier bin ich nicht Gast, hier bin ich zu Hause.
Daher nehme ich mein Schneckenhaus mit auf eine Fahrt an die polnische Ostsee.
So viele ich schon über diesen Landschaftsstrich gehört. Die Ostsee soll noch schöner sein, als in Deutschland und leer.

Leere Strände an der Ostsee?


Nun Letzteres kann ich leider nicht bestätigen. Das liegt daran, dass ich mitten in den Sommerferien im August reise, mit meinem Kind aus Fell. Alle Polen haben ebenfalls Sommerferien.
Von Hamburg fahre ich über Stettin in Richtung Kolberg (ca 5 Stunden). Der erste Campingplatz ist propevoll, ich habe aber Angst gar nichts mehr zu bekommen, daher nehme ich, was ich kriege. Vor mir, hinter mir, neben mir, stehen Autos. Wir konnten uns gerade noch so an eine Straße stellen. Flynn ist es viel zu laut. Kinder brüllen wie am Spieß, die Sanitäranlagen sind trotz regelmäßiger Pflege überfüllt und als die Kinder schlafen, feiern die Erwachsenen. Abends bin ich noch kurz an die Ostsee gehuscht, um die Füße ins Wasser zu stecken. Hui die Ostsee hat 18 Grad.

Ich habe nur für eine Nacht gebucht. Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr verlassen wir bereits den Platz. Nach guten 4 Stunden erreichen wir Chlowobo. Es gibt zahlreiche Campingplätze an der See, meist in Kombi mit Ferienapartments und Zeltmöglichkeit. Bei den Größeren ist sind die Wiesen auf 3cm gestutzt, die Hecken geschnitten und die Plätze mit dem Lineal abgesteckt. Nicht so meins. Bei 3 Plätzen habe ich kein Glück.

Baltic camping

Schade, denn ich wollte Panoramablick auf die Ostsee. Doch 500m im Hinterland finde ich mein Paradies. Der kleine Platz baltic camping nimmt ca 50 Gäste auf. Es gibt sogar eine kleine Küche.

Die Stimmung zur Begrüßung ist eine ganz andere als auf den Massenplätzen – Bäume rascheln, Vögel zwitschern, ich fühle mich wohl.
Sobald ich das Auto gestellt habe, erkundet auch Flynn das zu Hause auf Zeit.
Von hier unternehme ich Wanderungen zum Strand und erkunde die Ortschaft. Es gibt die Möglichkeit für einen Rummel, viel zu essen (Burger, Pizza, geräucherter Fisch – ja die Polen essen deftig). Die Preise bewegen sich um die 30 Euro für ein Abendessen zu zweit mit Vorspeise, Hauptgang, Dessert und Getränken. Ein Stellplatz kostet zwischen 13 bis 17 Euro für eine Person mit Auto.



Sprache


Gin Dobre bedeutet „Guten Tag“, „dobre“ = gut, also wünscht man sich auch „einen Guten“. Viele Vokabeln kann man sich ableiten oder erschließen wie priwatny. Ansonsten hilft translate.
Ich wechsel im Urlaub oft ins Englische, wobei die Polen mit Deutsch wesentlich mehr anfangen können. Sie quälen sich durchs Englische und nach der Frage, wo ich denn herkomme, kommt meist: „Dann hätten wir auch deutsch reden können.“.
Einige Vokabeln: Sklep ist der Laden, dabei heißt alles „Laden“ – für Spielzeug, Lebensmittel, oder Obst. Obst und Gemüse heißt übrigens



Vorurteil Polen würden klauen


Das war vielleicht früher mal so. Ich hab oft mein Handy offen auf dem Tisch liegen lassen oder beim Toilettengang mein Auto nicht abgesperrt, dabei sogar mein Handy auf dem Tisch liegen lassen. Nie ist etwas passiert. Einmal hab ich meinen Abwasch in der Gemeinschaftsküche stehen lassen. Erst am Abend hab ich es bemerkt und alles stand noch da. Die Polen haben es nicht mehr nötig zu klauen. Sie fahren die gleichen Autos wie wir, haben Handys und teilweise echt schöne Anwesen.



Auto fahren in Polen


Auto fahren in Polen ist sehr entspannt. Die Polen tuckern hinter einem her, hupen nicht, haben viel Geduld und die Autobahnen, wo man 120km/h fahren darf, sind gut in Schuss. Tagfahrlicht einschalten!
Maut: von Stettin bis Danzig braucht man keine Maut



Fahrrad fahren in Polen nach Jurata und Hel


Fahrrad fahren in Polen fand ich teilweise eher gefährlich. Zwar gibt es an der Ostsee schöne Radwege, doch manchmal bahnen sich Wurzeln ihre Bahn durch den Asphalt und dann gibt es große Unebenheiten.
Viel schlimmer als das finde ich die Verkehrsteilnehmenden, allen voran die Rollerfahrer. Da gibt es einige, die vorher wahrscheinlich noch nie Rad gefahren sind auf einem gemeinsamen Radweg. Auch zu Fuß war die Teilung eher schwierig, da die aufgeblasenen Wassenten und Schwimmtiere quer über den Weg getragen wurden.
Auf der Halbinsel Jurata sind viele Kiter und Surfer, sowie die dazugehörigen Schulen, denn das Wasser ist sehr flach. Hier ist es knuffig.
Bild Fahrradtour mit Jurata und Hel ca 70km



Leere Strände?


Ich würde nicht wieder im Hochsommer , sprich in den Sommerferien nach Polen an die Ostsee fahren. Das ist ein reines Familienparadies. Die Strände sind breiter als in Deutschland und die polnische Küste hat jede Menge Kilometer, doch nach meinen 3 Orten (bei Tremp, Chlowobo und Mielno) habe ich viel von der Ostsee gesehen und es war überall voll. Sobald man ein paar Kilometer mit dem Rad oder Auto von den Städten wegfährt, findet man defintiv ein ruhiges Plätzchen, doch menschenleere Strände habe ich nicht entdeckt.



Mielno die Perle Pommerns


Mielno ist ein touristischer Ort, auch die Perle Pommerns genannt. Es sieht aus wie Heringsdorf auf Usedom, welches in Meck-Pomm, also Vor-pommern liegt. Macht Sinn.
Mielno liegt in Westpommwrn neben der baltischen See am Jamunder See. Hier kann man toll spazieren und radeln.
Ein großer Wellenbrecher findet sich zwischen Lazy und , bis hierhin kann man radeln. Google Maps sagt, man könne bis zu den Leuchttürmen in mit dem Rad, doch das stimmt nicht. Man müsste außen an den Seen vorbei, was einen Umweg von 30 Minuten mit dem Rad bedeutet. Da genieße ich spontan lieber einen weiteren Tag am Strand.

Mielno Strandpromenade rollstuhlgerecht. Mit Blick aufs Meer kann jede*r kommen.



Geld sind polnische Sloty, mit dem Euro geht es auch


Die Währung sind Sloty, der Kurs liegt bei ca. 1 Euro = 4,5 Sloty. Dinge des täglichen Lebens sind günstiger als bei uns und auch die Übernachtungen auf dem Campingplatz. Für 2 Wochen Polen habe ich mit Sprit, Essen und Stellplätzen knapp 500 Euro gezahlt – mein eigenes Bett und Rad immer dabei.



Fazit


Polen hat mir sehr gut gefallen. Die Polen sind nett und sprechen teilweise sehr gutes Deutsch. Die Strände sind toll. Ich komme wieder, nur nicht im Hochsommer.

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