wärmeren Frühling genießen auf Mallorca (Nord-westen)

Norden (Nord-West und Nord-Ost) von Mallorca, zauberhafter Frühling

Wärmeren Frühling genießen: Mallorca (Rückkehr ohne Quarantäne)

Welches Bundesland hat das beste Wetter? Das 17., nämlich Mallorca. Der Frühling lässt in Deutschland dieses Jahr wirklich lang auf sich warten, warum also nicht zum Frühling reisen?

Mallorca ist die Lieblingsinsel der Deutschen, es gibt deutsches Brot, die Bedienung spricht deutsch. Bis Mai hatten die Restaurants und Cafés bis 17 Uhr geöffnet, nun ist alles wieder durchgänig bis 23 Uhr in der Außengastronomie mit Service geöffnet.

Und Mallorca hat abseits der Touristenpfade auch noch einiges zu bieten.

Ich kannte Mallorca „nur“ von einem Stop-over einer Kreuzfahrt und bin überwältigt, was die Insel alles zu bieten hat. Da der Artikel etwas länger geworden ist, hier ein Überblick mit short-klick Funktion:

Regularien

Zur Erscheinung des Artikels musste man einen negativen PCR Test beim Abflug vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist, sowie ein Formular von health spain travel ausfüllen, wo man bestätigt, gesund zu sein. Dieses erzeugt einen QR Code, den man unbedingt für die Einreise benötigt. Bei der Rückkehr muss man auf der Insel einen Antigen Test machen. Hierfür sollte man genug Zeit einplanen. Ich war z.B. im Krankenhaus von Porto Cristo, hier kostet der Test 30€, und es geht wesentlich schneller als beispielsweise in Palma. Das beste: bei der Rückkehr nach Deutschland benötigt man zur Zeit keine Quarantäne, da Mallorca zur Zeit nicht als Risikogebiet gilt.

Ab 7.6.2021 benötigen Geimpfte oder Genese für die Rückkehr nach Deutschland weder einen Test, noch müssen sie in Quarantäne.

Im Flieger muss man die ganze Zeit eine Maske tragen. In Spanien muss man auf öffentlichen Plätzen eine Maske tragen, beim Sport ist es aber nicht obligatorisch und auch nicht beim Sonnenbaden. Ab Juni soll auch die Maskenpflicht größtenteils wegfallen. Sie ist schon sehr gelockert.

Und los geht’s, ab in den Süden…

Mallorca hat wirklich für jeden etwas zu bieten: endlos lange Strände, Berge, Wandertouren, Mountainbiken, Surfen, Kiten, flaches Gewässer für Kids, Weintouren und schöne, romanische Städte, wo man in der Geschichte der Mauren und Phönizier wandeln kann.

Mietwagen in Palma de Mallorca

Der Flughafen auf Mallorca ist wahrscheinlich den meisten bekannt: Palma de Mallorca. Im gleichnamigen Ort lassen sich auch viele Touristen und Partyurlauber nieder. Ich habe mir den ruhigen Norden ausgesucht. Dahin kann man zwar auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, aber um auf der Insel mobil zu sein, ist für mich ein Mietwagen unerlässlich.

Tipp: erst vor Ort oder nicht über Drittanbieter buchen

Ich habe den Fehler gemacht, über einen Drittanbieter den Mietwagen zu mieten. Ich habe im Vorfeld 174€ inklusive Versicherung gezahlt. Beim Anbieter angekommen, wollte der mir noch einmal 300€ aus dem Ärmel leihen. Ich bin fast nicht mehr geworden. Ich fragte ihn, wofür. Er antwortete für die lokalen Steuern, Flughafengebühr etc., wenn ich die AGBs gelesen hätte, wüsste ich das. Ich rief meine Agentur an, bzw. war es erstmal ein Akt, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Denn ich habe über lastminute.de gebucht, die aber mit booking.com und bravofly.de zusammenarbeiten, alle bekommen also etwas vom Kuchen ab. Die Agentur meinte, wenn der Anbieter vor Ort übers Telefon sagen würde, welche Gebühren das wären, könnten sie es nachvollziehen oder auch stornieren. Aber natürlich hat dieser Mensch nicht mein Telefon in die Hand genommen. Beide Parteien haben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe geschoben… nach 2 Stunden konnte ich aber zumindest stornieren und habe einen Teil meines Geldes zurückbekommen. Learning für die Zukunft: erst vor Ort und damit ohne Drittanbieter buchen.

Das kann allerdings auch nach hinten losgehen, denn über Himmelfahrt und Pfingsten waren etliche Urlauber auf der Insel und es gab keine Mietwagen mehr. Sonst gehen die Kosten bei 4€/Tag los, in der besagten Zeit gab es die kleinste Variante für teilweise 80-100€ am Tag. Die Mietwagenverleiher bekommen auf Grund der aktuellen Situation und des letzten Jahres keine Kredite für neue Autos. Die Insel ist also wie leergefegt, was Mietwagen angeht.

Wie man es macht, macht man es falsch.

Dennoch war für mich erstaunlich, wie ruhig ich bei all dem geblieben bin. Die Meditation macht sich bemerkbar =)

Ab in den Norden: von Palma de Mallorca nach Muro in die Finka

Ich habe mir eine Finka gebucht, die Finka con Corritx. Denn beruflich bin ich viel unterwegs und kenne einige Hotelketten. Mallorca bietet top-moderne Häuser, Boutique Hotels und Apartments, traditionell wollte ich gern in eine Finka ins Grüne.

Bernard, ein ganz netter Spanier und Besitzer hat mir sogar eine Familien Finka zur Verfügung gestellt, Freunde jeder Zeit willkommen. Es gibt einen Pool, der aber zur Zeit noch zu kalt ist, denn auf Grund des Wetters und der aktuellen Lage, macht es keinen Sinn, diesen die ganze Zeit zu erwärmen.

Die Finka ist riesig und traditionell mit einer großen Terrasse ausgestattet, denn in Spanien findet das Leben viel mehr draußen statt, das liebe ich. Wenn es allerdings im Frühling noch frisch ist, sollte man unbedingt einen dicken Pullover mitnehmen, denn viele spanische Unterkünfte haben keine Heizung. (Das Wetter spielt schon verrückt: teilweise konnte ich im Bikini draußen liegen, teilweise musste ich einen Pullover und eine Jacke anziehen, innerhalb von 5 Minuten.)

Umwerfend war für mich der grüne Garten, wo man abends die schönsten Sonnenuntergänge beobachten kann. Mit dem richtigen Wlan konnte ich als digitale Nomadin vom Garten aus Arbeiten und sogar meine Zoom Calls abhalten. Meine Kollegen wunderten sich, weil ich inmitten in Palmen saß und ringsherum die Vögel zwitscherten.

Bernard baut eigene Orangen an und so startete ich jeden Morgen mit einem frisch gepressten Orangensaft in den Tag und mit einer Runde Yoga, denn meine Reise-Yogamatte habe ich (fast) immer mit dabei.

Kostenfreie Parkplätze gibt es direkt vorm Haus und auch hier macht sich das Auto bemerkbar, denn der nächste Supermarkt ist 5 Kilometer entfernt in Can Picafort. Die Auswahl an Märkten ist riesig und mit einer gemütlichen Decke, kann man hinterher gleich an den Strand zum Picknicken, denn ein 12km langer Strandabschnitt macht Can Picafort neben einem kleinen Hafen zu einem Top-Ferienort.  In Can Picafort gibt es Hotels, Dienstleistungen, Restaurants uvw., der flache Einstieg ins türkisblaue Wasser lockt Touristen und Familien. Wer etwas weiter läuft in Richtung Playa de Muro hat seine Ruhe.

Muro

Muro lockt mit Sandsteinbauten, die typisch für die Region sind und heißt wörtlich übersetzt „Mauer“. Hier haben sich viele Handwerker und Künstler niedergelassen und Muro war von jeher eine reiche Stadt, das spürt man heute noch. Es ist beliebter Wohnort für die Einheimischen und daher gibt es auch schöne Restaurants, denn die Spanier wissen gutes Essen und einen leckeren Wein zu schätzen. Auf dem Sonntagsmarkt kann man regionale Spezialitäten erwerben oder bei einem Café con leche dem Alltagstreiben zuschauen.

Alcudia und Port Alcudia

Alcudia selbst ist eine bezaubernde Stadt mit einer sehr gut erhaltenden Stadtmauer, auf der man sogar langspazieren darf. Es gibt zwar Begrenzungen, aber so etwas wäre in Deutschland nicht zu finden =) Die Treppen der Sandsteinmauer sind zwar teilweise abgetragen, aber immernoch in Takt, also auf ins Abenteuer. Von der Mauer hat man teilweise einen guten Einblick in traditionelle Häuser der Spanier, denn Nordspanien ist eine beliebte Wohnregion und auch der Adel hat sich hier früher niedergelassen. In der Stadt selbst kann man schön bummeln und essen, auch der Sonntagsmarkt bietet neben frischen Waren Handwerk und Taschen. Alcudia wird mittlerweile kleines Palma genannt, denn hier findet man alles, was man benötigt.

Bemerkenswert ist die Esglesia de Sant Jaume d´Alcudia, die Kirche, sowie das kleinste Amphitheater Spaniens, wo in den Sommermonaten Open Air Konzerte abgehalten werden. In der Umgebung gibt es einige romanische Ausgrabungsstätten.

Einen Kilometer entfernt befindet sich Port Alcudia. Hier befindet sich der große Yacht-Hafen, wo man flanieren und 18€ Spaghetti essen kann. Der Blick ist es aber wert =) Ein Cote d´Azur Feeling kommt auf. Am Ende der Flaniermeile ist der Güterhafen, von hier aus geht auch die Fähre nach Menorca. Der berühmte 18-Loch-Golfplatz Alcanada lockt Golffans mit einem spektakulären Blick über die Bucht. Das Wasser in der Bucht geht seicht hinein, sodass Eltern mit Kindern hier einen geschützten Badeort finden. Am Strand kann man 10 Kilometer ungestört der Sonne frönen. Einige Stege sind prädestiniert für ein Foto Motiv und die Insel mit samt Golfplatz sieht aus wie in der Karibik. Etwas weiter hinten kann gekitet werden. Der Norden von Spanien ist auch für Surfer ein beliebter Anlaufpunkt.

Alcudia ist Ausgangspunkt für viele Wandertouren und Bike-Routen. 

Trockensteinroute

Serra de Tramuntanta, 2011 UNESCO, Trockensteine Pfade noch vorhanden, 90 Kilometer quer durch Insel,  von Andratx nach Cap Formentor. Gipfel, Trockensteinmauern, 2 Stauseen, Olivenbäume, sowie Dörfer und Städte wie Deia, Valdemossa, Fornalutx und Soller und auch beliebte Kloster Lluc. Verflechtung islamischer und westlicher Kulturen.

Fornalutx ganz niedliche Stadt, gilt als die schönste in Spanien, erinnert mich an Sri Lanka mit den Teeplantagen, alles in sattes grün gepackt, die Häuser haben teils bunte Fliesen an den Wänden.

Halbinsel Victoria

Zwischen Alcudia und Port Alcudia kann man auch weiter in den Norden fahren, um auf der Halbinsel Victoria beim Mittagessen etwas erhöht aufs beruhigende Wasser zu schauen, von dem aus sich im Hintergrund die Berge erhöhen. Kiefernwälder so weit das Auge reicht.

Von hier aus kann man direkt einen weiteren Abstecher nach Pollenca und Porte de Pollenca machen.

Die höchste Erhebung der Halbinsel ist Talai de la Victoria. Oben auf dem 445m hohen Berg thront noch ein Wachturm, zu dem zahlreiche Wanderungen führen. Der Berg umschließt die malerische Bucht Coll Baix mit gleichnamigem Strand Platja des Coll Baix. Sowohl der Aufstieg als auch der Gang zum Strand sind lohnenswert.

Wanderung nach Cala Sant Vicenc, Cala Carbo

Von Porte de Pollenca kann man eine kleine, einstündige Wanderung nach Cala Sant Vicenc machen, sowie den vier Buchten:

  • Cala Carbo
  • Cala Molins
  • Cala Clara
  • Cala Barques

Parkmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in Porte de Pollenca beim oder in der Nähe vom Eroski. Von hier aus geht man einfach über die Straße (weg vom Meer in Porte de Pollenca auf die Berge zu), geht durch ein kleines Wohngebiet und kommt ziemlich schnell auf einen Schotterweg, der an sehr schicken Finkas vorbeiführt. Hierbei läuft man in die Einbahnstraße. Dort kreuzt man ein Tor, das verschlossen aussieht, tatsächlich hängt aber nur ein Schloss über dem Zaun oben drüber, ich nehme an, damit Vieh wie Schafe und Ziegen nicht passieren können. Nach etwa 100 Metern geht es langsam etwas steiler den Berg hoch. Der Weg scheint mir ein ausgetrockneter Flusslauf zu sein. Im Rücken hat man nun Porte de Pollenca und läuft in Angesicht des Berges den Weg nach oben. Dieser wird immer schmaler und teilweise steil, sodass man festes Schuhwerk tragen sollte. Nachdem man die Spitze des Hügels passiert hat, läuft man wieder einen Schotterweg entlang. Nach ca 500 Metern sagt Google: „Den Kreisverkehr an der zweiten Ausfahrt verlassen.“ Der Kreisverkehr ist ein runder Straßenbereich mit einem Baum in der Mitte 😉 Hierbei läuft man gerade aus und die geteerte Straße den Berg nach unten. Nach ein paar Minuten erblickt man zum ersten Mal das türkisblaue Wasser und die ersten Boote, die in der Bucht ankern. Immer wieder bleibe ich stehen, um Fotos zu machen und den beruhigenden Blick aufs Wasser zu genießen. Es geht ganz schön steil nach unten und schließlich kommt man in der Bucht „Cala Carbo“ an, gefolgt von der nächsten, etwas größeren Bucht „Cala Molins“. Hier gibt es einen kleinen Kiosk, wo man sich etwas zu essen kaufen kann, ansonsten gibt es nicht viele Dienstleistungen. Die Buchten sind dafür umso schöner. Teilweise recht steinig, aber in der Bucht Cala Molins hat man einen schönen Sandstrand. Wenn man den Berg wieder nach oben läuft, kann man in die nächsten zwei Buchten schauen: „Cala Clara“ und „Cala Barques“, denn jeweils diese zwei Buchten sind von den erst genannten durch den alten Verteidigungsturm Punta de la Torre getrennt. Der Wachturm ist teilweise noch erhalten und bietet alte Steintreppen, die runter zum Wasser führen. Oft kommt mir in Spanien der Gedanke: „So etwas würde man rein sicherheitstechnisch nicht in Deutschland finden.“ Das Wasser glitzert und färbt sich von glasklar und mit Sandboden zu türkis und azurblau, je tiefer es wird.

Auf dem Berg kann man sich auf eine der neuen Bänke setzen. Im Sommer kann man sich sicherlich auch auf den Steinen ein Plätzchen suchen. Eine Straße führt ebenfalls zurück nach Porte Pollenca, das dauert ca 12 Minuten und sind 8 Kilometer. Zu Fuß läuft man nur 3,4km und läuft die Abkürzung durch das Tal zwischen den Bergen. Eine schöne kurze Wanderung, die man auch locker mit Kindern bewältigen kann.

Porte de Pollenca

Zurück in Porte de Pollenca kann man sich gut und gern noch ein Abendessen im Hafenörtchen gönnen. Auf dem Weg von Alcudia nach Pollenca oder Porte de Pollenca und nach Cala San Vicenc spürt man immer wieder die französischen und maurischen Einflüsse. Nach einem Abendessen im Restaurant oder einem selbstorganisierten Picknick am Strand kann man hinterher zum Sonnenuntergang ans Cap Formentor aufbrechen.

Cap Formentor – Sonnenuntergang

Überall auf Mallorca gibt es Foto-Spots, Sandstrände und Aussichtspunkte. Die Straße zum Cap Formentor ist voll davon. Teilweise muss man das Auto auf Parkplätzen abstellen und bezahlen. Die Serpentinenstraße führt vorbei an großartigen Fotoplätzen, auf denen man unbedingt anhalten sollte, wie zum Beispiel Mirador und

Es Colomer

der sogar ein richtiges Gerüst hat und viel Platz für Foto Umsetzungen bietet. Von hier aus kann man auch in Richtung Cap Formentor nach rechts abbiegen, um einen Abstecher zum

Talaia d´Albercutx

zu machen, dem Watchtower. Abends hat man hier einen schönen Blick auf den Hafen von Alcudia.

Auf den Straßen und bei den Serpentinen wird es teilweise schon eng, macht aber einen mords Gaudi =) Der Weg führt bis zum Leuchtturm von Cap Formentor. Auch zur Nebensaison ist hier einiges los.

Der schönste Sonnenaufgang Mallorcas:

Santuario del Puig de Maria

Das Auto einfach in Pollensa abstellen oder ins Navi Santuario del Puig de Maria eingeben. Hier kann man unten parken (es gibt aber wirklich nur wenige Parkplätze), oder mit dem Auto die steile Straße nach oben fahren. Man fährt an einigen Häusern in Haarnadelkurven vorbei. Die Straße ändert den Untergrund und ich hatte das Gefühl, es würde nicht mehr weiter gehen, daher habe ich mein Auto ganz am Rand abgestellt und bin gelaufen. Dabei bin ich an einem Parkplatz ca 600 Meter von der Zufahrt entfernt vorbeigekommen. Das ist die letzte Möglichkeit, um das Auto abzustellen. Die Wanderung von der Straße von unten dauert bis zum Kloster ca 1 Stunde, vom besagten Parkplatz könnten es gute 40 Minuten sein.

Der Aufgang ist teilweise sehr steil, schon nach kurzer Zeit schnaufe ich und ziehe die Jacke aus, denn beim Wandern, vor allen Dingen morgens, ist man mit dem Zwiebel-Look immer gut beraten. Zum Sonnenaufgang war niemand unterwegs, bis auf ein paar Ziegen. Irgendwann wird die Straße so eng, dass kein Auto mehr fahren kann. Dort parkte ein Auto, welches mit großer Wahrscheinlichkeit zum Kloster gehört, denn dort standen auch Mülltonnen. Hier steht ein Schild, mit dem Hinweis, dass es noch ca 15 Minuten bis zum Kloster sind. Der Untergrund sind Sandsteine, die größerem Kopfsteinpflaster ähneln, das ist sehr typisch für Mallorca, denn das sind die Pedra en sec, die Trockensteintreppen. (Artikel)

Im Kloster kann man übernachten und auch frühstücken, sofern es geöffnet ist. Es besitzt auch einen kleinen Garten, der abgesperrt ist. Die Kirche ist an einigen Tagen geöffnet. Von der Plattform, bei der man auch an den Picknick Tischen essen kann, kann man einen großartigen Ausblick und die Färbung des Morgenhimmels genießen.

Ich war ganz allein und konnte diesen heiligen Morgen in Ruhe genießen. Streunende Katzen begleiteten mich, als ich das Gelände erkundet habe.

Auf dem Rückweg kamen mir dann aber doch einige Wanderer entgegen.

Pollensa, Brücke Pont Roma

Ich empfehle diesen Ausflug am Sonntag, denn da ist Sonntags-Markt in Pollenca und nach dem zeitigen Aufstehen, um den Sonnenaufgang zu beobachten, kann man hinterher in der Stadt Pollenca am besten direkt beim Markt gemütlich frühstücken. So kann man dem bunten Markttreiben zuschauen oder auf dem (Floh-)Markt selbst Kunst oder frisches Obst erwerben.

Beim Rundgang durch die Stadt bemerkt man wieder die Sandsteine und grünen und braunen Fensterläden. Am Ende der Stadt ist die Pont Roma, eine alte römische Brücke. Von hier aus kann man verschiedene Wanderungen antreten, zum Beispiel den Weg nach Cami de Ternelles. Achtung: hier brüten Geier, daher muss man sich vorher eine Genehmigung holen, um überhaupt über das Land zu laufen. Der Privatbesitz gehört einer der reichsten Familien von Spanien, den Marchs, denen insgesamt 93km2 und damit 2,6% der gesamten Insel gehören. In Spanien gilt das allgemeine Recht, dass jeder Zugang zum Meer hat (hier die Bucht Cala Castell), somit darf man auch über den Privatbesitz anderer laufen. Doch in diesem speziellen Fall haben sich seltene Geier niedergelassen und brüten von Februar bis August, sodass Touristen diese nicht aufschrecken sollen. Die Natur geht vor =)  Der Streit um das Passierrecht läuft schon seit 17 Jahren.

Ein andere Option wäre der Weg Cami de Can Joanot.

Ich habe mich jedoch entschieden, noch einmal ins Auto zu steigen, um nach Escora zum Kloster Lluc zu fahren, eine der Sehenswürdigkeiten auf Mallorca, um nach der Stärkung am Morgen eine weitere Wanderung anzutreten.

Ab Lluc: Wanderung zu den Schneehütten Cases de neu de galileu und bis zur Bergspitze Font des Prats

Eine der schönsten Routen im Gebirge Serra de Tramuntana. Dies war früher der Weg von Lluc nach Soller, um Kohle zu holen. Hier haben Arbeiter auch Schnee in Hütten festgetreten, um diesen für bis zum Sommer zu erhalten. Diese Schneehütten werden auf der Tour besucht. Die Tour dauert ca 5 Stunden und ist recht steil. Man benötigt eine gute Ausrüstung, zu trinken und Proviant, denn die einzige Einkehr ist in Lluc.

In Lluc findet man einen großen Parkplatz, wo man für 2€ pro Tag oder 6€ Tagesticket inklusive Besuch des Klosters stehen kann. Hier stehen auch einige Wohnmobile, die sich den Blick in die Berge nicht entgehen lassen wollen.

Ich entscheide mich, die Wanderung zu den Schneehütten Cases de neu de galileu und bis zur Bergspitze Font des Prats anzutreten. Hier läuft man einmal quer über den Parkplatz und startet die Tour an der Wasserstelle Font Coberta, wo man noch einmal reines Bergwasser auffüllen kann. Direkt am Eingang findet man eine Beschreibung, wo man auch einen QR Code scannen kann. Somit hat man die Tourenbeschreibung für unterwegs und zusätzlich noch etwas Geschichte zu den Schneehäusern. Der Weg ist der alte Pfad von Lluc nach Soller und dauert bis zur Bergspitze Font des Prats auf 1188m und zurück um die 5 Stunden.

Es geht auf den Pedra en sec, den Sandsteinstufen und größeren Steinen erst flach in den Wald hinein, wird später im Wald etwas steiler. Nach ca 30 Minuten kreuzt man die Bundesstraße Ma10. Man folgt dem Zeichen „GR 221“, bedeutet Grande Route, also große Route, die sich über die ganze Insel zieht und mit der Farbe rot markiert ist. Auf der anderen Seite erreicht man im Wald bereits die ersten Spuren von alter Zivilisation, nämlich die ersten Schneegruben Son Macip. Außerdem finden sich im Wald immer wieder größere runde Flächen, die mit Steinen begrenzt sind und damals als Plätze für Feuer dienten.

Später wird es sehr viel steiler, der Weg enger, viele kleine Spitzkehren passiert man. In den Kurven sollte man immer mal über die Baumkronen schauen, denn von hier erahnt man bereits eine gigantische Aussicht. Weiter oben hat man die Baumgrenze passiert und kommt auf ein Plateau, wo es mitunter sehr zugig werden kann. Hier findet man teilweise noch Reste vom Schnee im Winter und kann erahnen, wie gut sich der festgetretene Schnee in den Schneegruben selbst im Sommer gehalten haben könnte. Der schmale Pfad geht über Stock und Stein, im wahrsten Sinne des Wortes und durch viele Gräser. Vom Plateau hat man eine wunderbare Aussicht. Nun entdeckt man auch die Hütte Cases de neu de Galileu. Auf der einen Seite findet man eine Hütte, die an ein Wohnhaus erinnert, auf der anderen die eigentliche Schneehütte. Diese ist abgesichert, denn ohne Schnee würde man mächtig tief fallen. Die Arbeiter haben dort früher Schnee hineingeschaufelt und von oben fest getreten. Selbst im Sommer konnte dann Schnee bzw Eis genutzt werden, entweder zum Kühlen im medizinischen Sinne oder tatsächlich für die Zubereitung von Eis.

Die Route bis hierhin beträgt ca 2,5h, für geübte und fitte Wanderer ca 1:30h. Es gibt keinen Rundweg, man muss also entweder den Weg zurücklaufen oder über den Hügel auf der anderen Seite bis zur Unterkunft Refugi de Tossals Verds. Bei dieser Abzweigung hat man auch die Möglichkeit den Weg bis zur Spitze zu erklimmen Font des Prats. Dieser Weg verläuft weiterhin eng durch teils größere Steine und Gräser. Nach einem Hügel geht es noch einmal kurz den Berg hinunter. Generell sollte man festes Schuhwerk anziehen, denn der Weg ist teilweise matschig, durch die Schneereste. Nun geht es den letzten Anstieg über karge Steine teils steil bergauf. Je nachdem, wie man auf die Spitze möchte, kann man noch etwas klettern. Von hier oben hat man eine Wahnsinns Aussicht, gigantisch. Ich habe hoch oben meditiert und es war herrlich ruhig.

Der Abstieg geht, wie eben erwähnt, auf gleichem Weg zurück. Ich habe für den Rückweg sogar länger gebraucht, weil es teils steil und glitschig war und ich keine Wanderstöcke zum Abfedern dabei hatte. Im Tal angekommen, kann man sofort die Wasserflasche an besagter Quelle am Start- und Endpunkt wieder auffüllen.

Bucht Sa Calobra

Wer nach diesem Ganztagesprogramm noch mehr Lust auf Abenteuer hat, der kann noch in die Bucht nach Sa Calobra fahren. Die ist nur 12 Kilometer entfernt. Man fährt aber 13 Kilometer nach unten, passiert 12 Haarnadelkurven und 800 Höhenmeter. Für Radfahrer und Motorradfahrer ist es eine der Pisten, die auf der Bucket List stehen. Teilweise sind die Abschnitte eng, man fährt an krassen Abhängen vorbei, die Berge werden abgestützt, oder zumindest Netze gespannt, damit nicht zu viele Steine auf die Fahrbahn rollen. Vor Kurven kann man gut und gern warten, bis der Gegenverkehr passiert ist. Wanderer bezwingen diese Route ebenfalls und stecken insgesamt 9,5 Kilometer Anstieg bzw Abstieg weg. Die Fahrt ist ein einziges Abenteuer und dauert von Lluc aus ca 45 Minuten. Unten in der Bucht angekommen, lässt man das Auto auf dem Parkplatz stehen und kann zum beschaulichen Hafen laufen. Schon der erste Anblick der Bucht und Berge ist gigantisch, doch das war natürlich noch nicht alles. Man passiert einen künstlich angelegten Weg und kann am ersten Fotostopp halten. Danach geht man durch einen Tunnel, der beleuchtet ist. Zu guter letzt läuft man durch einen zweiten Tunnel, in dem das Wasser etwas tropft, also auch hier Vorsicht Rutschgefahr, um dann ins Helle zu laufen und die unglaubliche Größe der Berge zu bestaunen und gleichzeitig dem türkisfarbenen Wasser zu lauschen. Das Wasser wird in einem bestimmten Winkel von der Sonne angestrahlt, dass es aussieht, als ob es leuchten würde. Meereswasser dringt wahrscheinlich bei Flut in das ausgetrocknete Flussbett vom Torrent de Pareis in den geschützten Bereich hinein, wo man auch auf kleinen Steinchen liegen kann und somit befindet sich noch einmal stehendes Gewässer auf der Seite des Steinstrandes. Dieses ist aber nicht zum Baden geeignet. Wenn man noch weiter hinten in das Tal einsteigen würde, könnte man eine intensive Wanderung antreten, die allerdings nur von der anderen Seite (von Escora) ratsam ist und generell nur für sehr geübte Wanderer/Kletterer empfehlenswert ist.

Alle anderen können den atemberaubenden Anblick in Sa Calobra genießen. Dort fällt auch nachmittags die Sonne herein und bietet somit im Frühling ein Sonnenfleckchen.

Parc Natural de s´Albufera

Auf dem Weg nach Can Picafort und auch auf der Strecke weiter nach Alcudia kreuzt man den Naturpark Parc Natural de s´Albufera. Das ist ein Naturschutzgebiet, wo man in den Dünen auf den Wegen!!! wandern darf. Mit dem Duft der Pinien und Kiefern läuft man ca 3 Kilometer durch naturbelassende Wege zum nächsten Küstenort. Wenn es in Richtung Strand geht, gibt es mit Holzstegen erbaute Höhenwege, die sich in australischem Charme mit Blick zum Mittelmeer schlängeln. Wem der Vergleich mit Down-Under nicht gefällt, die Pinien, Kiefern und Dünen erinnern mich an die Ostsee bzw die Holzstege an Wege auf Sylt.

Am Strand brüten sogar Kadett-Schildkröten. Wenn man diese Tiere beobachten darf, sollte man 30 Meter Abstand halten, den Tieren den Weg zum Wasser frei lassen, nicht mit Blitzlicht fotografieren und sich einfach nur an der Schönheit erfreuen.

Das Sumpfgebiet ist ca. 2000 Hektar groß, beheimatet neben Schildkröten zahlreiche Tierarten und ist größtenteils eben. Die Mischung zwischen Wald und Meer macht es zu einem romantischen Strandwandergebiet.

Am Strand sind neben Deutschen viele Franzosen, Iren und Spanier unterwegs.

Aussicht: Santuari de Cura, Randa auf dem Weg zurück nach Palma de Mallorca

Auf dem Weg nach Palma de Mallorca sollte man unbedingt noch die gigantische Aussicht Santuari de Cura, Randa mit 360 Grad Blick genießen.

Inspiration für meine Reise fand ich u.a. bei Mallorca abc.

Eine Hommage an Mallorca:

Die Mischung aus Bergen und Meer lässt mich immer wieder Gänsehaut bekommen. Auf einem Steg stehend kann man die Spitzen der 1200 Meter hohen Berge nur erahnen, ein richtiges Gebirge zieht sich zum Himmel empor, während unter den Füßen das Wasser donnert. Vom Berg aus spürt man die Stille und ist dem Himmel nah. Das Wasser glitzert und die Linie zwischen Himmel und Ozean wird fast unsichtbar. Menschen, die ein Gefühl für die Natur haben, hochsensibel sind oder meditieren, sollten unbedingt an einem Tag ans Meer fahren und auf einen Berg klettern und jeweils meditieren oder auf andere Art und Weise mit den Energien in Kontakt treten. Die unterschiedliche Schwingung ist im direkten Vergleich besonders stark spürbar.

Mallorca bietet so viel, für Familien mit Kindern, für Kletterfreunde, Radfahrer, Biker, Kiter, Surfer, Sonnenanbeter etc. Die Natur ist einzigartig und erinnert mich teilweise an Westaustralien. Ich bin sehr positiv überrascht und komme gern wieder.

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