30 Jahre Wiedervereinigung

english text below

Ossikind, 30 Jahre Wiedervereinigung DDR

Am 3.10.2020 feierten wir 30 Jahre Wiedervereinigung. Das es nun ausgerechnet 2020 dazu kommt, das wir nicht mehr reisen können, trifft die ehemalige DDR meiner Meinung nach besonders hart. Zumindest insofern, dass sie sich hätten nicht vor 30 Jahren träumen lassen, dass in ihrem Leben noch einmal zu erleben.

Abgesehen von der aktuellen Situation macht es für mich keinen Unterschied, ob Ost oder West. Dennoch bin ich von einem ostdeutschen Dorf in Deutschlands zweitgrößte Stadt gezogen, die Hansestadt Hamburg. Da sind wirklich Welten aufeinander geprallt, und zusätzlich kannte ich niemanden in Hamburg, also keine Freunde, ferne Verwandte o.Ä.. und bei der Entfernung von 500 Kilometern von zu Hause, war es auch nicht möglich, dass Papa mal eben am Wochenende vorbeikommt und meine Lampe wechselt.

Vom Erzgebirge in die Hafenmetropole Hamburg

In diesen 500 Kilometern ändert sich Deutschland landschaftlich stark; (von den erzgebirgischen Kämmen des Mittelgebirges, über das Elbauenland und die Leipziger Tieflandsbucht, hin zur Reformationsstadt und dem Punkt mit der reinsten Aussprache in Deutschland, hin zum Tor zur Welt). Die Menschen ändern sich, die Aussprache ändert sich, die Nationen ändern sich (da durch die DDR nur Menschen aus sozialistischen Ländern die Einreise gewährt wurde, wie zum Beispiel Russen oder Vietnamesen). Für mich war eine Busfahrt in Hamburg anfangs ein Kulturstock, aber natürlich habe ich mich schnell daran gewöhnt.

Als mich die Menschen in Hamburg fragten, wo ich herkomme, sagte ich anfangs immer „aus Ostdeutschland“ Menschen rümpften die Nase. Dann wechselte ich auf „Sachsen“ die Antwort kam prompt: „Ach da reden die doch so komisch, nor?“ Später und final sagte ich dann: „Ich komm aus dem Erzgebirge“ und plötzlich strahlten mich Gesichter an, weil das ja das Weihnachtsland ist mit den Schwibbbögen, Pyramiden und Rachermannln.

Interessant wie viele Vorurteile es immernoch gibt, Interessant wie wenig einige Menschen, die die Möglichkeit haben, „auszureisen“, die Chance gar nicht nutzen.

Ich bin dankbar, dass es so gekommen ist, lebe ich doch in meiner Wahlheimat Hamburg, mit meiner Geburtsheimat im Herzen ❤

Wie Udo Lindenberg einst sagte: „Die Grenzen sind gefallen,

Sie müssen nur noch in unseren Köpfen fallen“

Und daher ist es mir umso wichtiger, dass wir diese Freiheit nutzen.

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30 years reunion of the former GDR and federal republic of Germany


On 3.10.2020 we celebrated 30 years of reunification. The fact that in 2020 of all years we will not be able to travel any more hits the former GDR especially hard in my opinion. At least to the extent that they would not have dreamed 30 years ago that they could experience it again in their lives.
Apart from the current situation, it makes no difference to me whether East or West. Nevertheless I moved from an East German village to Germany’s second largest city, the Hanseatic City of Hamburg. There really were worlds colliding, and in addition, I didn’t know anyone in Hamburg, i.e. no friends, distant relatives or the like. And with the distance of 500 kilometers from home, it was also not possible for Dad to come by just for a weekend and change my lamp.


From the Erzgebirge/Ore Mountains to the port metropolis Hamburg


In these 500 kilometers, Germany’s landscape changes dramatically; (from the Erzgebirge ridges of the low mountain range, over the Elbe floodplain and the Leipzig lowland bay, to the city of the Reformation and the point with the purest pronunciation in Germany, to the gateway to the world). People change, the pronunciation changes, the nations change (since the GDR only allowed people from socialist countries to enter, such as Russians or Vietnamese). For me, a bus trip in Hamburg was a cultural event in the beginning, but of course I got used to it quickly.
When people in Hamburg asked me where I came from, I always said „from East Germany“ people turned up their noses at the beginning. Then I switched to „Saxony“ and the answer came promptly: „Oh, they talk so funny there, don’t they? Later and finally I said: „I’m from the Erzgebirge“ and suddenly faces were shining at me, because this is the Christmas land with the candle arches, pyramids and Rachermanns.
Interesting how many prejudices still exist, interesting how few people who have the possibility to „leave“ the country don’t take the chance.
I am grateful that it has come this way, because I live in my adopted home Hamburg, with my birthplace in my heart


As Udo Lindenberg once said: „The borders have fallen,
They only have to fall in our heads“

And therefore it is all the more important to me that we use this freedom.

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