meine Community während der Quarantaine in Spanien

english version below

meine Community

Als ich mich entschied, zurück nach Deutschland zu fahren, fiel es mir sehr schwer. Diese Community war während der 2 Monate meine 2. Familie. Wir haben immer mal zusammen gegessen und jeder hat etwas mitgebracht. 2 Mal haben wir abends auch getanzt unter Sternenhimmel und bei Mondschein. Es war befreiend. Als ich fuhr, standen fast alle Spalier, wehten ihre T-Shirts und ich habe ein Bild bekommen. Tränen rannen mir die Wangen herunter…. Wir waren in dieser Zeit zusammen und sollten wir uns wieder sehen, wird es wahrscheinlich nie wieder so in dieser Konstellation. Ich habe alle in mein Herz geschlossen.

Es entwickelt sich langsam eine Community auf dem Campingplatz. Ich lerne Leute kennen ich denke übrigens, dass ich mehr soziale Kontakte habe als wenn ich in Hamburg in meiner Wohnung wäre, durch „Zufallsbegegnungen“ beim Wasser wegbringen etc.

Hannes mein Nachbar

Wir kochen nach wie vor miteinander und sehen und sprechen uns täglich. Der Hundeverlust sitzt natürlich tief. Er leidet auch sehr unter den strikten Verboten in Spanien. Dadurch, dass er seit fünf Jahren in Spanien lebt, kennt er es natürlich anders und empfindet viele Einschränkungen. Für mich ist es ja nach wie vor eine neue Situation und anders als in Deutschland, so oder so, neu und dadurch kann ich mich gut arrangieren mit Blick aufs Meer =)

David und Lorena

Ein spanisches Pärchen, die auf dem Campingplatz wohnen. Sie arbeiten eigentlich in Malaga. Davids Vater ist währen der Corona Zeit hier verstorben und er durfte nicht mal zu seiner Familie fahren. Paradox: mit einem anderen Kennzeichen als einem Spanischen hätte er sich zumindest wegbewegen können…. Sie ist jedenfalls Lehrerin für Kunst, er arbeitet als Yogalehrer. Er streamt seine Yogaklassen und mittlerweile hocke ich mich mit ein paar anderen auf Stellplätzen daneben und mache mit, natürlich mit Sicherheitsabstand^^ Meine ersten spanischen Yogastunden. Es war so toll nach vier Wochen mal wieder mit MENSCHEN live Yoga zu machen. Wow ein hervorragendes Gefühl.

Durch die Bewegung lerne ich viele Vokabeln. Allein schon das spanische Wort für „Matte“ ist im Spanischen: esterilla de yoga

im Argentinischen:  estera de yoga

und im Chilenischen: el mat

Einmal ist mir übrigens ein fauxpas passiert. Anstatt zu sagen:  Tengo la pena, sagte ich Tengo el pene. Also anstatt ich habe Schmerzen, sagte ich, ich habe einen Penis….

Pila

Nun zum einen unsere Shopbesitzerin Pila, die Argentinierin ist und uns zum Beispiel Ostern und zum Muttertag Geschenke zukommen lässt. Am spanischen Muttertag fragte sie, ob ich ein Kind habe. Ich sagte: nein, aber ich habe eine Katze. Da sagte sie: das zählt. Und ich bekam von ihr Blumen. Ostern ist übrigens das heilige Fest für die Spanier und fiel dieses Jahr auf Grund von Corona aus. Pila ging trotzdem über den Campingplatz und hat jedem ein kleines Osternest geschenkt und zu meiner Verabschiedung ein Bild gemalt. Was eine Gastfreundschaft.

meine chilenische Freundin Carmen genannt Carina

Sie ist mit ihrem Sohn Leon hier und ihrem Exfreund, der Italiener ist. Sie arbeiten zusammen. Sie fertigen Armbänder. Das haben wir (David, Lorena, Zalina aus Dänemark und ich) auch eines Tages gemacht: Armbänder geknüpft, eine sehr schöne Beschäftigung.

Cristiano wollte eines Tages zurück nach Italien, sie wollte bleiben. Das war ein Hoch und Runter der Gefühle, die Polizei war sogar auf dem Platz, was passiert mit dem Sohn Leon? Eigentlich ein Fall fürs Gericht, aber die arbeiten im Moment nicht und ich glaube generell nicht, dass sich ein spanisches Gericht um einen Streit zwischen einem Italiener und einer Chilenin annehmen würde. Nach 1,5 Wochen Diskussion sind sie gefahren und heil in Italien angekommen. Carina will auf jeden Fall zurück. Eine beeindruckende Frau. Sie schlug vor, dass wir unser „intercultural cambio“ machen und so haben wir einen Tag spanisch, einen Tag englisch geredet. Ich bin dann für David, Lorena und Carina zur Englischlehrerin geworden. Total kreativ.

Die Dänische Familie Steven, Wiebke und Zalina

Sie reisen fast das ganze Jahr und verbringen ihren Winter in Malaga. Sie besitzen keine Smartphones, keinen Fernseher (wie ich =) ), spielen viele Instrumente, waren früher Artisten und können sich selbst sehr gut entertainen.

Die Tochter ist 20 und verreist noch mit ihren Eltern. Sie steppt, lernt spanisch.

Wir sprechen jeden Tag über hochinteressante spirituelle Themen. Er ist Autor und veröffentlicht darüber auch Sachen in Dänemark.

Er meint z.B. es gibt kein Ego. Das Ego ist nur ein Gedanke. Wenn dich jemand fragt: „Wer bist du?“ Dann ist das nur eine Momentaufnahme. Ebenso mit der Liebe: sie ist eine Emotion, kommt und geht in einem Augenblick. Er hat die Theorie, dass momentan auf der Welt auch etwas Höheres passiert, damit viele (sicherlich nicht alle) mehr nach Innen schauen, in Frieden leben und ein besseres Miteinander möglich ist. Man würde sagen: Ein Hippie eben. I like

Auf dem Platz gibt es noch viele weitere Nationen: natürlich Deutsche, Italiener, Spanier, Finnen, Schweden (Pietre), Österreicher, Belgier, Briten. Hier und da bleibe ich mal stehen und halte beim Wasser wegbringen einen Plausch, natürlich mit 2 Meter Sicherheitsabstand.

Alle lernen sich langsam kennen, es entsteht eine Community. Mitunter habe ich so viel zu tun: Yoga von 11h, wobei die Spanier „natürlich“ erst 11:17h anfangen und hinterher noch lange quatschen, sodass ich ca 13 Uhr zurück in meinem Van bin, um zu frühstückten und dann 14h anfange zu arbeiten. Des Weiteren machen wir wie gesagt kreative Arbeiten wie Armbänder knüpfen und ich lerne spanisch. Im Gegenzug unterrichte in Englisch und finde auch das total spannend.

Peter der (alte) Schwede,

hat früher immer geraucht und zwar Kau-Tabak. Nun hat er einen Ohropack in der Oberlippe, damit er weiterhin das Gefühl von früher hat =) Peter hat alles an Technik. Wenn etwas fehlt, geh zu Peter. Und ja er hat Kötbullar gemacht (für mich sogar vegetarisch).

Michael und Pauline

aus England. Michael spricht einen so krassen Dialekt, das ihn nicht mal andere Engländer verstehen. Wir sitzen oft zusammen und reden. Sie haben zwei schwarze Katzen, die sind aber zu Hause.

Carlos und Christina,

ein spanisches Pärchen, gleiches gilt für Carlos: er hat so einen heftigen Dialekt, dass es schwer ist für Einheimische etwas zu verstehen.

Dann gibt es noch einige Italiener, die ihr eigenes Ding machen.


Das ist also unsere Truppe, multinational. Man trifft immer jemanden zum Quatschen, Yoga machen, singen, unterhalten, essen und trinken^^ Wir helfen uns gegenseitig und sind über diese spezielle Zeit sehr zusammen gewachsen. Ich wollte immer in einer Community leben und habe es erlebt..

Nun warten in Deutschland neue Projekte auf mich und ich gehe gestärkt und geliebt aus dieser Situation.


My community

When I decided to go back to Germany it was very hard for me. This community was my 2nd family during the 2 months. We always ate together and everybody brought something. Two times we also danced in the evening under a starry sky and in the moonlight. It was liberating. When I drove, almost all the trellis stood, blew their T-shirts and I got a picture. Tears were streaming down my cheeks… We were together during this time and if we should see each other again, it will probably never be the same again in this constellation. I have taken everyone into my heart.

A community is slowly developing on the campsite. I get to know people I think by the way that I have more social contacts than if I was in Hamburg in my apartment, by „chance encounters“ at the water take away etc.

Hannes my neighbour


We still cook together and see and talk to each other every day. The loss of dogs is of course deep. He also suffers a lot from the strict prohibitions in Spain. Because he has been living in Spain for five years, he knows it differently and feels many restrictions. For me it is still a new situation and unlike in Germany, one way or another, new and therefore I can arrange myself well with a view to the sea =)

David and Lorena


A Spanish couple who live on the campsite. They actually work in Malaga. David’s father died during the Corona time here and he wasn’t even allowed to go to his family. Paradox: with a license plate other than a Spanish one he could at least have moved away Anyway, she is an art teacher, he works as a yoga teacher. He streams his yoga classes and meanwhile I squat with a few others on pitches next to him and join in, of course with a safe distance^^ My first Spanish yoga classes. It was so great to do live yoga with PEOPLE again after four weeks. Wow a great feeling.
Through the movement I learn a lot of vocabulary. The Spanish word for „mat“ alone is in Spanish: esterilla de yoga
in Argentine: estera de yoga
and in Chilean: el mat
By the way, I had a faux pas once. Instead of saying tengo la pena, I said tengo el pene. So instead of saying I’m in pain, I said I have a penis…

Pila


Now for one thing our shop owner Pila, who is Argentinean and who gives us presents for Easter and Mother’s Day. On Spanish Mother’s Day she asked if I had a child. I said: no, but I have a cat. Then she said: that counts. And she gave me flowers. By the way, Easter is the holy festival for the Spanish and this year it was cancelled due to Corona. Pila went over the campground anyway and gave everybody a little Easter nest and painted a picture for my farewell. What a hospitality.

my Chilean friend Carmen called Carina


She is here with her son Leon and her ex-boyfriend who is Italian. They work together. They make bracelets. That’s what we (David, Lorena, Zalina from Denmark and me) did one day: making bracelets, a very nice occupation.
Cristiano wanted to go back to Italy one day, she wanted to stay. It was a up and down of emotions, the police was even on the square, what happens to the son Leon? Actually a case for the court, but they don’t work at the moment and I generally don’t think that a Spanish court would deal with a dispute between an Italian and a Chilean. After one and a half weeks of discussion they left and arrived safely in Italy. Carina wants to go back in any case. An impressive woman. She suggested that we do our „intercultural cambio“ and so we spoke one day Spanish, one day English. I then became the English teacher for David, Lorena and Carina. Totally creative.

The Danish family Steven, Wiebke and Zalina


They travel most of the year and spend their winter in Malaga. They have no smartphones, no TV (like me =) ), play many instruments, used to be artists and can entertain themselves very well.
The daughter is 20 and is still travelling with her parents. She taps, learns Spanish.
Every day we talk about highly interesting spiritual topics. He is an author and publishes things about it in Denmark.
For example, he thinks there is no ego. The ego is just a thought. If somebody asks you, „Who are you?“ it’s just a snapshot. The same with love: it’s an emotion that comes and goes in an instant. He has the theory that something higher is happening in the world right now, so that many (certainly not all) can look more inside, live in peace and a better togetherness is possible. One would say: A hippie. I like

There are many more nations on the course: of course Germans, Italians, Spanish, Finns, Swedes (Pietre), Austrians, Belgians, British. Here and there I stop and have a chat while taking away the water, of course with a 2 meter safety distance.
Everybody gets to know each other slowly, a community develops. Sometimes I have so much to do: Yoga from 11h, whereby the Spaniards „of course“ only start at 11:17h and talk for a long time afterwards, so that I am back in my van at about 1pm to have breakfast and then start working at 2pm. Furthermore we do creative work like knotting bracelets and I learn Spanish. In exchange a teach english, which is exciting for me.

Peter the (old) Swede,

used to smoke chewing tobacco. Now he has an ear pack in his upper lip, so he still has the feeling of the old days =) Peter has all the technology. If something is missing, go to Peter. And yes he made Kötbullar (for me even vegetarian).

Michael and Pauline

from England. Michael speaks such a crass dialect that not even other English people understand him. We often sit together and talk. They have two black cats, but they are at home.

Carlos and Christina,

a Spanish couple, the same goes for Carlos: he has such a strong dialect that it is hard for locals to understand.

Then there are some Italians who do their own thing.

So this is our group, multinational community. You always meet someone to chat, do yoga, sing, talk, eat and drink^^ We help each other and have grown together a lot over this special time. I always wanted to live in a community and I experienced it.


Now new projects are waiting for me in Germany and I leave this situation strengthened and loved. ❤

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