Meine Learnings und Tipps fürs Reisen im Campervan oder Wohnmobil

(english version below)

Manche Sachen etablieren sich erst, wenn man etwas einige Zeit gemacht hat. Einiges findet man heraus, anderes hat man vorher mal gelesen. Hier also meine 11 Tipps fürs Reisen im Campervan:

1. minimalistischer Lebensstil


Ich habe zum Beispiel meinen Hausstand in Hamburg halbiert, habe im Van nun 2 Gläser, 2 Teller, 2 Tassen, 2 Löffel, 2 Messer, 2 Gabeln, 1 Pfanne, 1 Topf usw.

Gleiches gilt für mich für Kleidung: im Van ist nicht so viel Platz (obwohl man immer wieder staunt, wie viel es dann doch ist) und daher rate ich eher zu wenig Gepäck. Durch meine Backpacker Reisen kann ich sehr gut mit wenig Sachen auskommen. Ich mag Sachen, die man alle gut kombinieren kann, funktional sind, schick aussehen und nicht knittern (daher die Sachen immer rollen, so spart man Platz und es ist knitterfrei =)

Einfach überlegen, was man wirklich braucht.

Mit wenig Sachen zu reisen, befreit so ungemein.

2. Müllverbrauch

Kein Learning: einfach nur erschreckend, wenn man sieht, wie viel Müll man verbraucht. Bei meiner Australienreise war ich 3 Tage im Karijini Nationalpark (bitte unbedingt besuchen!!!!!) und dort ist man 800 Kilometer abseits jeglicher Zivilisation. Daher musste man den Müll wieder an die Tore des Parks mitnehmen – schön bei 3 Leuten und 40 Grad Außentemperatur. Wir hatten den Müll draußen also nicht im Auto und die Müllsäcke wurden von Vögeln aufgepiekst. Das war eine Schweinerei. Nun gut. Jedenfalls sieht man beim Campen erstmal deutlich, wie viel Müll man verbraucht. Also auch hier:  es gibt unverpackt Läden, Bioladen oder Markt, wo Lebensmittel nicht extra verpackt sind. Und Mülltüten kann man „doppelt“ verwenden, z.B. eine Brötchen-Tüte als Mülltüte nehmen.

3. Abwasser

Gleiches gilt für das Abwasser: in Spanien hatte ich auf dem Campingplatz ein eigenes Bad. Ich habe also mit meinem Wasser den Abwasch gemacht und dann nur Gesicht gewaschen, Zähne geputzt, Hände gewaschen und alles, was man fürs Gemüse waschen braucht. Ich habe mit diesem Wasser keine Toilettenspülung betätigt oder geduscht. Und dennoch durfte ich jeden 2. Tag das Abwasser leeren, damit nicht zu viel drin ist, weil es sonst zu schwer wird, den Kanister zu tranportieren. Ich habe 60 Liter Frischwasser und 25 Liter Abwasser. Zweimal ist mir der Abwassertank komplett vollgeworden, einmal davon sogar ins Auto geschwappt (am Anfang^^). Es ist wirklich schwer 25 Liter /Kilo Wasser zu tragen und dabei alles trocken zu lassen. Daher lieber öfter wechseln. In Spanien habe ich das sowieso fast jeden Tag gemacht, damit ich laufen konnte.

Tipp: in den Abwasser Tank mache ich immer ein wenig Chlor oder Essig, wenn er leer ist, damit die Keime nicht anfangen zu riechen. Gerade bei mir befindet sich der Tank fast unterm Bett und wenn Sonne aufs Auto scheint, dann geht es schnell, dass es mal riecht.
Zweiter Tipp: Ein schwarzer Tank ist optimal, weil er das 
Sonnenlicht absorbiert. Ich habe einen gelben Tank. Nun habe ich mir schwarze Müllsäcke gekauft und darum gemacht, das hilft 
schon sehr.

4. Frischwasser

Ich habe einen Tank, der von außen befüllt werden kann. Das Ganze geht übrigens an der „V&E Station“ also Ver- und Entsorgung. Im Englischen wird es „dumping“ genannt, dort kann man Müll und Abwasser entsorgen. Viele Campingplätze haben einen Schlauch, den man einfach in den Wassertank von außen hält.

Wenn man längere Zeit auf einem Platz steht, wie ich in Spanien und womöglich noch mit Tier an Bord, möchte man nicht immer mit dem Auto auf dem Campingplatz zur Station fahren. Daher empfiehlt sich eine 10 Liter Gießkanne, eventuell sogar eine Sackkarre, und man geht zu Fuß zur Füllstation und läuft zurück zum Auto und befüllt mit der Gießkanne den Tank. Dafür benötigt man jedoch selbst einen Schlauch. Ich habe einen Aufsatz für die Gießkanne von einem Öltank und Trichter (aus der Autoabteilung!!!! Im Baumarkt), den kann man dann in den Wassertank stecken (der ist neu gekauft und war NIE mit Öl in Berührung^^) und so kann man ganz leicht selbst das Wasser einfüllen.

Übrigens wenn der Wagen eine Weile steht, dann würde ich den Wassertank immer entleeren. Nach einer Zeit fängt nämlich auch das Frischwasser an, faulig zu werden bzw leicht zu riechen.
Man kann dort auch Tabletten reinmachen, aber ich bin nicht so ein Chemiefreund. Dann könnte man dieses Wasser wohl auch trinken. Diese Tabletten gibt es auch im Baumarkt, Internet, Decathlon.

Luft im Schlauch – Wasserpumpe kaputt?

Einmal dachte ich übrigens meine Wasserpumpe wäre kaputt, sie ging vorher noch und nach dem Befüllen des Wassers ging sie nicht mehr. Ich habe herausgefunden, das einfach nur Luft drin, denn es gibt 2 Schlauchsysteme: einen für den Wasserhahn der Spüle und einen für die Dusche. Der Luftdruck war größer als der Wasserdruck. *Ach mein Physiklehrer wäre wohl stolz auf mich*

5. Auto anmachen für die Batterie

Nun habe ich eben beschrieben, wenn man mal länger steht. Dann sollte man immer mal das Auto anmachen für die Batterie, weil die sonst leer werden könnte (wie bei mir in Malaga^^). Also immer mal das Auto anmachen und schauen, ob alles passt.

6. Strom

Für den Strom vom Wagen benötigt man einen blauen CE Stecker. Den kriegt man in jedem Supermarkt. Es gibt hierfür sogar eine Eselsbrücke:

Das mit Deckel muss an das mit Deckel (ans Auto). Das ohne Deckel in den Stromversorger des Campingplatzes.

Einige Anbieter arbeiten am Campingplatz auch ohne Adapter, dann kann man das normale Stromkabel einfach in den Stromkasten stecken.

Hilfreich ist auch eine Kabeltrommel. Anders als in Kalifornien und Australien, wo auf meiner Reise jeder Stellplatz seinen eigenen Stromkasten hatte, habe ich es in Deutschland schon oft erlebt, dass es einen oder mehrere Stromkästen gibt und sich dort alle anstecken können. Dann benötigt man natürlich reichlich Meter für das Kabel.

TIPP: Regen und Stromkabel was tun?

Außerdem ist mein CE Adapter sehr kurz, wenn ich den mit dem Stromkreis verbinde, dann hängt die Verbindung am Auto runter. Das ist nicht schlimm. Schlimm wird es nur, wenn es regnet, weil dann der Regen in den Stromkreislauf kommt und dann kommt es zum Kurzschluss. Ich habe es in Spanien einmal geschafft, dass der ganze Campingplatz wegen mir keinen Strom hatte *upps* Daher mache ich jetzt immer eine Tüte um die Stromverbindung, das mache ich mit einem kleinen Gurt fest und so ist auch dieses Problem gelöst.

Einige Anbieter rechnen Strom pro Kilowattstunde ab, das kostet meist 1€/KW oder man bezahlt den Strom pauschal (pro Tag oder Aufenthalt).

7. Matte und Tritt / Hitsche

Man kann sich vors Auto eine Matte legen, dann kommen nicht so viele Steinchen rein. Meine Mama wollte gern noch einen Tritt haben (auf sächsisch: Hittsche), weil ihr der Unterschied von Boden auf Wagen zu hoch ist. Andere haben eine Treppe am Wagen. Wieder andere haben riesige Decken vor ihrem Wagen, damit es nicht so steinig ist, vor allen Dingen für die Hunde.

Tipp: Crocs oder andere Schuhe, wo man schnell rein und raus schlüpfen kann, machen für den Campervan echt Sinn. Dann trägt man den Dreck nicht rein ins Auto, kann aber schnell Schuhe an- und ausziehen.

Ich bin ja generell echt picky, was meinen Wagen angeht. Daher achte ich hier sehr auf Ordnung und Sauberkeit:

8. Akkusauger, Kehrbesen und Wischmopp

Durch die Katze und auch die Krümel aus dem Katzenklo muss ich hier wirklich jeden Tag kehren, entweder mit einem Kehrbesen  oder ab und an mit dem Akkustaubsauger. Das macht sich gut. Eine Fusselrolle ist auch ein toller Reisebegleiter, wenn man mit Tieren reist.

Der Wischmopp meiner Mama hat mich umgehauen: er hat einen kleinen Wasservorrat und der ist so schmal, das ich den in den Kofferraum bekomme. Außerdem kann ich so einfach Wasser sprühen und brauche nicht mehr den Wischmopp auswringen. Den brauche ich dann auch für zu Hause =)

9. Stellplatz reservieren

Für die Leute, die sich sicher sein wollen, das sie ihren Stellplatz bekommen, lohnt sich reservieren, vor allen Dingen 2020. Den dieses Jahr hat der Wohnwagen Boom noch einmal kräftig zugenommen, viele wollen nicht ins Ausland reisen. Auf der anderen Seite müssen die Campingplätze meist einen Platz dazwischen frei lassen: bedeutet: wir haben doppelt so viele Camper mit halb so vielen Plätzen: Also für die Sommerferien mit Familie und am Wochenende sicherlich ratsam zu reservieren. Für die Flexiblen wie mich gibt es immer ein Plätzchen, wenn es nicht unbedingt der xy sein muss.

10. Schränke

Ich habe ein Magnetsystem, wo man erstmal herausfinden muss, wo genau der Magnet ist. Wenn man es einmal weiß, dann ist es easy. Dennoch würde ich das bei einem neuen Modell anders gestalten. Zum Beispiel mit einem Drück-System (man drückt nach innen und dann öffnet sich das Fach).

11. Gummi-Schutz

Es gibt einen Gummischutz für Autos, den kann man 2 Mal im Jahr auf die Gummiränder machen, um das Gefährt zu schonen und lange zu erhalten.

Fällt euch noch was ein? Dann schreibt mir gern und ich erweitere die Liste.

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My learnings and tips for travelling in a campervan or motorhome
Some things only establish themselves after you have done something for some time. Some things you find out, others you have read before. So here are my 11 tips for travelling in a campervan:

  1. Minimalist lifestyle.
    For example, I have halved my household in Hamburg and now have 2 glasses, 2 plates, 2 cups, 2 spoons, 2 knives, 2 forks, 1 pan, 1 pot, etc. in the van.
    The same is true for clothes: there is not so much space in the van (although you are always amazed how much there is) and therefore I advise rather to travel with little luggage. Due to my backpacker trips I can get along very well with few things. I like things that can be combined well, are functional, look nice and don’t crease (that’s why things always roll, that way you save space and it’s crease-free =)
    Just think about what you really need.
    Travelling with few things is so liberating.
  2. waste consumption
    No learning: simply frightening when you see how much rubbish you are using. During my trip to Australia I spent 3 days in the Karijini National Park (please make sure to visit it!!!!) and there you are 800 kilometres away from any civilisation. So I had to take the garbage back to the gates of the park – nice with 3 people and 40 degrees outside temperature. So we didn’t have the garbage outside in the car and the garbage bags were pricked by birds. It was a mess. All right. Anyway, when camping you can see clearly how much garbage you use. So also here: there are unpacked shops, organic food stores or markets where food is not packed separately. And garbage bags can be used twice, e.g. a bread roll bag can be used as a garbage bag.
  3. sewage
    The same applies to the so called grey water: in Spain I had my own bathroom on the campsite. So I did the dishes with my water and then just washed my face, brushed my teeth, washed my hands and everything else, e.g. washing vegetables. I did not flush the toilet or shower with this water. And still I had to empty the sewage every 2nd day, so that there is not too much in it, because otherwise it would be too heavy to transport the canister. I have 60 litres of fresh water and 25 litres of grey water. Twice I got the sewage tank completely full, once even sloshed into the car (at the beginning^^). It’s really hard to carry 25 liters /kilo of water and leave everything dry. Therefore I prefer to change it more often. In Spain I did this almost every day anyway, so I could walk.
    Tip: I always put some chlorine or vinegar in the waste water tank when it is empty, so the germs don’t start to smell. Especially for me, the tank is almost under the bed and when the sun shines on the car, it is easy to get a smell.
    Second tip: A black tank is optimal because it absorbs the sunlight. I have a yellow tank. Now I have bought black garbage bags and made them, that helps a lot.
  4. fresh water
    I have a tank that can be filled from the outside. By the way, the whole thing is done at the „V&E Station“ so supply and disposal. In English it is called „dumping“, there you can dispose of garbage and sewage. Many campsites have a hose that you simply put into the water tank from outside.
    If you are standing on a place for a longer time, like me in Spain and possibly with an animal on board, you don’t always want to drive to the station by car on the camping site. Therefore, a watering can of 10 litres is recommendable, maybe even a hand truck, and one walks to the filling station and walks back to the car and fills the tank with the watering can. But for this, one needs a hose oneself. I have an attachment for the watering can from an oil tank and funnel (from the car department!!!! In the hardware store), you can put it into the water tank (it is new and has NEVER been in contact with oil^^) and so you can easily fill the water yourself.
    By the way, if the car stands for a while, I would always empty even the fresh water tank. After a while even the fresh water starts to get rotten.
    You can also put tablets in it, but I’m not a fan of chemicals. Then I guess you could drink this water too. These tablets are also available at the hardware store, internet, decathlon.
    By the way, once I thought my water pump was broken, it worked before and after filling the water it did not work anymore. I found out that there is just air in it, because there are 2 hose systems: one for the tap of the sink and one for the shower. The air pressure was higher than the water pressure and I found it out on my own. *My physics teacher would probably be proud of me*
  5. start the car for the battery
    Now I have just described, if you stand longer. Then you should always turn on the car for the battery, because otherwise the battery could get empty (like me in Malaga^^). So always turn on the car and see if everything fits.
  6. electricity
    A blue CE plug is required for the power from the car. You can get it in any hardware store. There is even a mnemonic: the one with the lid has to be connected to the one with the lid (on the car). The one without a lid has to be connected to the campsite’s power supply. Some suppliers work at the campsite without an adapter, then you can simply plug the normal power cable into the power box.
    A cable drum is also helpful. Differently than in California and Australia, where on my journey every camping place had its own power box, I have experienced it in Germany already often that there is one or several power boxes and there everybody can plug in. Then of course you need plenty of cable.
    Furthermore my CE adapter is very short, when I connect it to the circuit, the connection hangs down on the car. That is not bad. It is only bad if it rains, because then the rain gets into the circuit and then it comes to a short circuit. I have managed it in Spain once that the whole camping site had no electricity because of me *upps* Therefore I always put a bag around the electricity connection, I fasten it with a small belt and so this problem is also solved.
    Some providers charge electricity per kilowatt hour, that costs mostly 1€/KW or you pay the electricity flat rate (per day or stay).
  7. mat and step
    You can put a mat in front of your car, so not so many stones get in. My mum wanted to have a little step (in Saxon: Hittsche), because the difference from floor to car is too big for her. Others have a staircase at the car. Still others have huge blankets in front of their carriage, so that it is not so stony, especially for the dogs.
    Tip: Crocs or other shoes, where you can slip in and out quickly, make a lot of sense for the campervan. Then you don’t carry the dirt into the car, but you can quickly put on and take off shoes.
    i’m generally pretty picky about my car. so I’m very concerned about tidiness and cleanliness:
  8. cordless vacuum cleaner, broom and mop
    Because of the cat and also the crumbs from the cat toilet, I really have to sweep every day, either with a broom or now and then with the battery-powered vacuum cleaner. This is good for you. A lint roll is also a great travel companion when you travel with animals.
    My mum’s mop is super smart: it has a small water reservoir and it is so narrow that I can get it into the trunk. Besides, I can spray water so easily and I don’t need to wring out the mop. I need it for at home too =)
  9. reserve at a campsite in 2020
    For those people who want to be sure to get their pitch, it is worth making a reservation, especially in 2020, because this year the caravan boom has increased again, many people do not want to travel abroad. On the other hand, the campsites usually have to leave a space in between: means: we have twice as many campers with half as many places: So for the summer holidays with family and on weekends is is recommendable to reserve prior. For the flexible ones like me there is always a place, if it doesn’t have to be the xy.
  10. cupboards
    I have a magnet system where you first have to find out exactly where the magnet is. Once you know, it’s easy. Still, I would do it differently for a new model. For example with a push system (you press inside and then the compartment opens).
  11. rubber protection
    There is a rubber protection for cars, you can put it twice a year on the rubber edges to protect the vehicle and to keep it for a long time.

Can you think of anything else? Then write me and I will extend the list.

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