
Von Bratislava wollten mein Bruder und ich nach Rumänien. Da er aber diese Tour schon gemacht hat und so gut wie alles kennt, entschließen wir uns spontan, von Bratislava noch den Umweg über Belgrad, der serbischen Hauptstadt zu unternehmen. Wir beide waren noch nie in Serbien. Mir hat es so gut gefallen, dass ich gern wieder dorthin möchte.
Die Autobahn in Polen und Tschechien ist super ausgebaut, auch in der Slowakei kommen wir noch gut zu recht. Auch die Vorurteile, das geklaut werden würde, kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil: sowohl in Bratislava als auch Belgrad fahren Bugatti oder Maserati.
So fahren wir gemütliche fünf Stunden nach Belgrad, auch Beograd in der serbischen Sprache genannt und verlassen zum ersten Mal die Europäische Union in Europa. Das heißt, es kommen Grenzübertritte auf uns zu.
Grenzübertritt Slowakei-Serbien


Wir haben uns einen kleinen Grenzübergang ausgesucht, weil auf der Autobahn zwei Stunden Stau eingezeichnet war. Das ist auch ein Tipp an der Stelle: Vorher checken, ob an den Grenzen Stau ist, zum Beispiel per Google, sonst lieber einen Umweg in Kauf nehmen und gemütlich fahren.
Wir sind an einem ganz kleinen Grenzübergang, der sogar gerade noch Baustelle ist. Es ist ein Schotterweg, vor uns nur ein Auto. Als wir aussteigen, ist es so ruhig, nur die Landesflaggen flattern im Wind. Es erinnert mich an einen Westernfilm. Wir müssen das Auto öffnen, werden gefragt, ob wir etwas zu verzollen haben, was wir verneinen und bekommen netterweise noch ein Dokument in die Hand, wie schnell man fahren darf und wie man sich in Serbien verhalten soll. Das finden wir beide echt nett. Nun haben wir auch einen Stempel in unserem Reisepass mit einem Auto. Denn auf den Stempeln ist immer auch vermerkt, auf welchem Weg (Land also Auto, Luft mit einem Flugzeug, oder See mit einem Schiff, oder gar zu Fuß), man in das Land eingereist ist.


Belgrad Beograd Camping
Wir fahren zu Beograd Camping, gut für uns, denn sie haben 24 Stunden geöffnet. Zumindest befindet sich ein Tor an der Einfahrt, wo man wohl auch nachts hereinfahren könne.


Der Campingplatz liegt auf einem Hügel mit Blick auf die Donau. Wir schauen also aus dem Camper direkt auf den Fluss mit den meisten Hauptstädten. An der Donau liegen Wien, Budapest, Bratislava und Belgrad. Der Campingplatz ist modern, mit neuen Sanitäranlagen, vor allen Dingen ist alles sauber.
Mit dem Taxi kommen wir in 20 Min. in die Stadt, die wir vom Campingplatz aus auch schon sehen können.
City Beograd / Belgrad
Wir laufen durch die traditionellen Straßen, wo es einheimisches Essen gibt. Natürlich sind hier nur Touristen unterwegs, aber das Flair ist nett. Wir können zwar nicht draußen sitzen, haben aber einen Platz ergattert in einem schickeren Restaurant mit Live Musik. Vor Ort feiert jemand Geburtstag. Ich kann mich nicht mal ganz setzen und werde zu einem Tanz eingeladen, wo wir im Kreis um die Tische tanzen.


Das serbische Essen ist ebenfalls gehaltvoll, ich esse panierten Käse mit Salat.
Belgrad Burg






Neben der Tradition, die wir schon geboten bekommen haben, schauen wir uns die Burg an und sind begeistert. Wir kommen erst abends an, doch wir dürfen noch auf das Gelände der Burg. Es ist 24 Stunden geöffnet. Teilweise gibt es oben in einem abgeschlossenen Areal sogar eine Disko. Ansonsten befinden sich viele Menschen in den alten Gemäuern und unter den Bäumen im Park. Von oben haben wir einen herrlichen Blick über die Stadt und die Donaubrücke. Uns fällt auf, dass die Brücke mit neonfarben beleuchtet ist, ebenso wie einige Gebäude. Außerdem dringen von unten vom Fluss verschiedene Musikstile an unser Ohr. Belgrad ist auch als Partystadt bekannt und auf der Donau liegen viele Hausboote, wo Partys gefeiert werden. Die ganze Stadt lebt und das mitten in der Woche. Hier spürt man förmlich das pulsierende Leben. Wir laufen weit über die Burganlage und stellen fest, da wo in Deutschland Absperrungen wären, könnte man unter Umständen fünf Meter tief fallen. Aber hier in Serbien funktioniert das.
Auch wenn wir nur einen kurzen Stopp in Belgrad hatten, sind wir so angeteasert, das wir beide diese Stadt unbedingt noch einmal besuchen wollen.
Wir gehen frühzeitig in den Campervan zu Bett, denn am nächsten Tag wartet das Eiserne Tor auf uns.
Eisernes Tor Donau Durchbruch

Das Eiserne Tor beschreibt den Donaudurchbruch. Die Donau schlengelt sich durch Berge. Es sieht aus wie bei Herr der Ringe. Als ich den Anblick das erste Mal sehe, stockt mir der Atem. Immer wieder müssen wir anhalten, um Fotos zu schießen und den Moment einzufangen. Dieser Spot ist für uns einer der schönsten.













Wir fahren also auf der serbischen Seite der Donau entlang und fahren anschließend über eine große Brücke, die die Grenze zwischen Serbien und Rumänien markiert. Wieder einmal werden wir kontrolliert mit unseren Reisepässen, bekommen die nächsten Stempel (Ausreise Serbien, Einreise Rumänien) und müssen unsere Vignette für Rumänien noch an der Grenze kaufen. Das dauert etwas, weil die Mitarbeitenden gerade in der Pause sind. Insgesamt hat uns der Grenzübergang bestimmt zwei Stunden gekostet. Bestenfalls immer ein Buch o.Ä. mitnehmen, um sich die Zeit zu vertreiben.
Von hier fahren wir weiter durch Rumänien.

Wie bereits zu Belgrad erwähnt, sind wir begeistert und konnten leider in der kurzen Zeit nicht viel sehen. Doch das was wir gesehen haben, gefiel uns sehr gut. Sowohl Belgrad als Stadt, als auch Serbien als Land mit der Donau und dem Eisernen Tor versprühen Magie und sind es meiner Meinung nach wert, als Reiseziel angesteuert zu werden.









