Kroatien im November mit Campervan – Lohnt es sich???

Ich hatte es mir so schön vorgestellt:
Wärme, Sonne und ein verlängerter Herbst

Ich hatte einen Job in München und wir nehmen es zum Anlass, hinterher im Süden zu verlängern. Die Anfahrt von uns aus dem Norden oberhalb Hamburgs liegt da schon weit hinter uns.

Start München Königsdorf am Bibisee

Das erste Problem: nach meinem Job, einer Preisverleihung, noch auf einen Campingplatz zu kommen, der abends noch aufhat.
Ich hab den Campingplatz Königsdorf am Bibisee gefunden. Die sind super nett, haben eine Schranke, die bis 22 Uhr geöffnet ist. Wenn man es nicht schafft, wird dennoch vor der Schranke Strom verlegt und die Sanitäranlagen kann ich auch nutzen. Super tolle Orga.

Somit kann ich am nächsten Morgen zeitig starten, um nach Kroatien zu kommen.
Über Österreich und Slowenien fahre ich gute 6 Stunden.

Kroatien campen im Herbst


Ich hatte es mir so vorgestellt wie in Spanien: überall sind Campingplätze auf. Aber nein sofern ich richtig recherchiert habe, habe ich nur 2 Campingplätze gefunden, die in Kroatien das ganze Jahr geöffnet sind:

Erster Stopp: Camping auf Krk


Krk ist eine Insel mit einer Brücke. Für die musste man früher Geld für die Überfahrt zahlen. Das ist aber nicht mehr so.
Die Anfahrt ist majestätisch.
Der Campingplatz ist ein 5 Sterne Platz, super schöne Sanitäranlagen. Allerdings auch eher bei wärmeren Temperaturen zu empfehlen, weil die Waschbecken und dort, wo man sich zb fönt, alles draußen also outdoor ist. Bei kühleren Temperaturen, wie im November, schon eher frisch.
Wir hatten tagsüber Anfang November noch 20 Grad, doch das sollte sich ändern.
Der Platz beinhaltet ein Restaurant, was gut, aber für Camping relativ preisintensiv ist. Für den Octopus Salat zahle ich 17€.

Omisalj


Ich besuche noch die Stadt Omisalj zum gleichnamigen Campingplatz. Die Stadt ist ca. 5-10 Autominuten entfernt. Sie hat unten einen kleinen Hafen und eine wunderschöne Promenade, von der aus ich zurück zum Camper laufe.
Als ich mit dem Personal spreche, sagen sie, sie wissen auch nicht, ob sie in Zukunft weiterhin ganzjährig geöffnet haben. Der Platz hat ca. 300 Stellplätze, schön in Buchten, auch viel für Zelte. Allerdings muss das Areal bewirtschaftet werden und es gibt auch Hütten also Zimmer, daher könnte es schon geöffnet bleiben.

Split


Am nächsten Morgen geht es mit Camper nach Split.
Hier habe ich einen Stellplatz direkt am Meer.
Ich bin nur kurz da, denn ich fahre sofort weiter nach Dubrovnik mit dem Flixbus. In die Stadt Split bin ich per Bus gekommen, der direkt vom Campingplatz aus fährt. Vorn am Eingang gibt es auch einen Hauseigenen Supermarkt. Die Fahrt in die Stadt dauert gute 30 Minuten, die Fahrt von Split nach Dubrovnik nochmal rund 4 Stunden und endet dort am Busbahnhof.

Anfahrt


Mein Freund und ich wollten unbedingt nach Dubrovnik. Dubrovnik hat nur einen Campingplatz, der ca. 4km von der City entfernt ist und auch dieser hat im Winter geschlossen. Anstatt den Trip komplett sausen zu lassen, haben wir uns für ein Airbnb in der Altstadt entschlossen.

Dubrovnik


Es ist so eine wundervolle Stadt. Die Stadt selbst hat etwa 40.000 Einwohner, davon nur 10.000 direkt in der Altstadt; aber über eine Million Touristen pro Jahr. Sie kämpft mit massivem Übertourismus, vor allen Dingen seit der Serie „Game of thrones“, da die Burg als Filmkulisse diente.
In die Altstadt dürfen mit dem Auto nur Anwohner fahren oder Taxen mit einer speziellen Berechtigung. Alles wird per Kamera digital erfasst.
Woher ich das weiß? Von Igor unserem Taxifahrer. Er hat uns rund um mit Informationen versorgt, was wir anschauen und wo wir essen sollen.
Die Kroaten sind so gastfreundlich und lieben ihr Land. Sie wollen es gern zeigen.

Festung Tvrdava Lovrjenac


Wir hatten die Möglichkeit ganz in Ruhe und ohne viele andere Touristen entspannt die Festung und Stadtmauer anzuschauen. Knackige 40 Euro kostet das Ticket. Hat es sich gelohnt? Ja. So wie wir es hatten ohne Touristen, mit Zeit zum Schauen und Fotografieren auf jeden Fall. Im Sommer bei 40 Grad und Menschenmassen möchte ich dort nicht sein.

Gondelbahn Dubrovnik

Gondelbahn – herrliche Aussicht auf die Ziegeldächer der Stadt
In nur 4 Minuten bringt einen die Gondelbahn für 15€ oneway nach oben auf den Berg, hin und zurück für 27€. Oben gibt es ein Restaurant, wo man zum Essen einen schönen Sonnenuntergang anschauen kann. Die meisten Menschen fahren hoch, um oben zu essen und wieder runter zu fahren. 
Wir wollten runter laufen. Das Problem: es wird im November bereits 17 Uhr dunkel und der wirklich gute, aber steile Wanderweg ist nicht beleuchtet. Also ging es über doch auch holprige und gröbere Steine am Ende mit Handytaschenlampe. Wir sind ca. 45 bis 60 Minuten gelaufen und waren froh, wieder in zivilisierteren Gegenden zu sein.

Insgesamt hat uns Dubrovnik sehr gefallen, auch gerade zu dieser Jahreszeit, denn wir hatten Mitte November 19 Grad und konnten auch im Dubravka 1836 einen Kaffee in der Sonne genießen mit Blick aufs Fort.

Am letzten Tag gibt es zum Abschluss noch eine Bowl im coffee der Uni. Total süß und gute Atmosphäre zum Arbeiten.

Von hier geht es per Flixbus zurück nach Split.
Hier hätten wir fast eine Katze vom Campingplatz mitgenommen.
Die Katze schien vor langer Zeit einen Knochenbruch am Fuß gehabt zu haben. Wir hätten die Katze impfen müssen und 2 Wochen warten, um sie auszuführen. Als verantwortungsvolle Katzeneltern haben wir uns dagegen entschieden, weil wir nicht wussten, was unser Tiger zu Hause dazu sagen würde…

Feiertag / Wetterumbruch

Mittlerweile haben wir die 3. November Woche und das Wetter kippt. Die anfänglichen 19 Grad und Sonne weichen 5 Grad und Regen.
Das Probem: um für die nächste Etappe zu nächtigen, entscheiden wir uns wieder für den Campingplatz auf Krk, da das ja der einzige ist, der geöffnet hat. Allerdings obwohl beide Plätze am Wasser liegen, müssen wir über die Autobahn übers Gebirge fahren – und es schneit. Damit hat wohl keiner gerechnet.
POV du willst Sonne und Camping und erlebst Schnee… wir wussten nicht, ob wir es schaffen, aber es hat geklappt.
Auf Krk angekommen, ist alles verändert. Das Restaurant geschlossen, da in Kroatien ab Mitte November die Saison vorbei ist. Zusätzlich erleben wir noch den 19.11., das ist Nationalfeiertag in Kroatien- keine Supermärkte oder Geschäfte offen. Zum Glück rät uns der Campingplatz unten im Omisalj zu einem Hafenrestaurant und die haben auf. Wenn es auch vorn einen Raucherbereich gibt, das Essen schmeckt vorzüglich.

Am nächsten Tag genießen wir noch einmal Sonne, um uns dann auf unseren doch langen Rückweg zu machen. In Österreich ist auf der Autobahn nur eine Spur geräumt, alle vom Wintereinbruch überrascht und das will was heißen in Österreich. Über München und Mitteldeutachland geht es schlussendlich in den Norden. Die Fahrt ist lang, doch der Ausflug ins Warme, zumindest im ersten Teil der Reise und auch der große Traum einmal Dubrovnik zu sehen, haben sich gelohnt.

Naturpark Krka

Auf Grund des kalten Wetters um den Gefrierpunkt, entscheiden wir uns nicht für die Plitvicer Seen, sondern für den Park Krka. Hier gibt es einen großen Parkplatz, wo man das eigene Auto stehen lassen muß. Entweder fährt man mit einem Shuttle Taxi runter zu den Wasserfällen oder wandert, wie wir.

Es gibt einen Rundweg, der wirklich toll angelegt ist. Mir ist, als könnte hinter jedem Baum eine Fee hervorfliegen. Hier herrscht eine tolle Energie und es gibt auch schöne Wildvögel zu bestaunen. Sehr empfehlenswert.

Fazit Kroatien Gastfreundschaft und Timing

Die Kroaten sind so gastfreundlich, das kann ich gar nicht oft genug betonen. So oft wurde uns geholfen und es gab großartige Empfehlungen.
Also unbedingt sehenswert, nur nicht in der Hochsaison.

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