Hattest du heute Zugang zu Wasser und Strom? Herzlichen Glückwunsch

Auf meiner Reise durch Osteuropa habe ich immer wieder einen Tag lang kein Wasser auf dem Campingplatz, Bauarbeiten aber ohne Vorankündigung oder keinen Strom. Von den Straßen ganz zu schweigen.

➡️ 75% der Menschen weltweit haben Zugang zu Trinkwasser, das heißt, 2,2 Mrd Menschen auf der Welt haben das nicht!!!
➡️ 67% haben fließendes Wasser in Sanitäreinrichtungen (Quelle: UN-Wasserbericht)

➡️ 90% der Menschen auf der Welt haben Zugang zu Strom,
➡️ gerade einmal 10 Minuten pro Jahr hat ein deutscher Haushalt keinen Strom (Quelle: bundesregierung.de)

Auf meiner Reise merke ich gerade, in was für einer Blase wir in Deutschland leben und denken, dass es allen Menschen so geht. Aber nicht mal in unserem privilegierten Europa haben alle Menschen Zugang zu Wasser und Strom.

Die Zeit in Nordmazedonien und der Besuch eines Roma Viertels haben mich geprägt. Familien, die seit 20 Jahren keinen Strom haben (und ein 140m Verlängerungskabel durchs Dorf legen – Not macht erfinderisch), Wasserflaschen in die Sonne legen, um das Wasser aufzuheizen und eine eigene Dusche zu basteln.
Ich habe zuvor viel Armut gesehen in Asien und Afrika. Das es aber in Europa auch ist, damit habe ich nicht gerechnet.

Ich unterstütze finanziell die Bildung eines Roma Kindes und habe mir die Organisation vor Ort angeschaut und auch die Familie kennengelernt. Einfachste Verhältnisse, die Lehrer schlafen oben in der Schule. Die Familie ist sehr dankbar. Sie schlafen zu sechst im Wohnzimmer (2 Eltern, 4 Kinder).

Durch die Bildung ist der Schulabschluss gewährleistet. Und dann? Studieren ist für die meisten zu teuer. Eine Ausbildung klappt oft auch nicht, da durch die Herkunft und den Namen kein Vertrag zu Stande kommt. Denn die Roma werden auch vor Ort ausgegrenzt. Mit Gelegenheitsjobs halten sich die meisten über Wasser, teilweise Klauen sie aus reinem Hunger oder durchsuchen Mülltonnen nach Essbarem.
Diesen Ort verlassen? Kommt entweder nicht in Frage, wenn man die Familie nicht allein lassen will, ist aber durch den Pass und die Kosten für Reiserei auch nicht so einfach.

Ich bin froh und dankbar, einen deutschen Pass / der Europäischen Union zu haben. Mir stehen alle Möglichkeiten offen, ich kann überall hin und ein neues Leben starten, weil ich mit dem richtigen Pass geboren worden bin.
#dankbarfürdiesesleben

Die Organisation heißt Futu Roma e.V.
Bei Interesse kann Kontakt hergestellt werden

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